Neubau Friedhof + Aussegnungshalle, Sakristei in Mörslingen

Teambüro Markert mit Rosa Felkner
Entwurf + Bauleitung AB Keller mit Th. Wenderoth

Friedhofserweiterung

Details
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Um die neuen Gräber wirtschaftlich unterbringen zu können, wurden die trennenden Hecken zwischen den Grabreihen möglichst schmal als efeubewachsene dauergrüne Zäune mit stabilen Stahlpfosten und dauerhaften Stahlseilen ausgeführt.

Für das Aufstellen von Grabsteinen wurden Streifenfundamente über die ganzen Gräberzeilen eingebaut, die als einheitliche Fundamente für die späteren Grabsteine dienen.
Durch die Längenausdehnung liegen sie sehr stabil.
Die Gräber werden beim Öffnen zur Rückseite hin dadurch fixiert und zugleich werden die Nachbargräber insbesondere deren Grabsteine geschützt.

Geschmiedete Eingangs-Gitter vom örtlichen Schlosser zeigen schon am Eingang die Wertigkeit der Anlage.
Die notwendigen Höhenübergänge wurden mit glatt geschalten Fertigbetonelementen ausgeführt.
In dieser Materialsprache sind auch die Brunnen ausgeführt worden.

Aussegnungshalle

Architektur

Unser Ziel war es tradierte, regionale Bauformen in einer der heutigen Zeit angemessenen Form, Bautechnik und Materialisierung umzusetzen.

Materialien: weißer Putz, rote Biberschwänze, Nadelholz (Giebel grau lasiert), Sichtbeton an Sockel und Gesims, Granit gelb-grau, gestockt.

Das für Schwaben charakteristische Traufgesims wird durch auskragende Betondecken bzw. Ringanker fortgeschrieben.

Im Zentrum der Aussegnungshalle steht eine große marmorierte Sandsteintafel, quasi als Altarwand.
Der rückwärtige Bereich ist mittels Schiebetüren abtrennbar.
Der 3m zurückversetzte Eingang lässt einen überdachten Vorbereich entstehen.
Um den Hallenraum optisch nicht abzutrennen, wurde eine filigrane Faltschiebetür eingebaut. Das Dreieck darüber ist mit rahmenlosen Gläsern geschlossen.

Die kreuzförmige Lüftungsöffnung im Ostgiebel der Aussegnungshalle mit mit einem Edelstahlrahmen eingefasst und spinnen-netzartig mit Stahlseilen bespannt.
Fern jeder Banalität, verweist diese Öffnung auf benachbarte Scheunen-Giebel und zugleich auf die sakrale Nutzung.

Ein Kreuz in gleicher Abmessung und selber Höhenlage wurde im gegenüberliegenden hölzernen Lamellen-Schirm ausgespart.
Durch den Schattenwurf und Spiegelungen auf der gläsernen Zwischenwand ergeben sich reizvolle wechselnde Bilder.

Das Gerätehaus

Das Gerätehaus in seiner äußeren Gestalt der Aussegnungshalle recht ähnlich, verweist aber mit seinen bescheidenen Öffnungen, die sich an landwirtschaftlichen Nebengebäuden orientieren, auf die untergeordnete Nutzung hin.

Eine ausgesparte Nische mit einem Brunnen für Gießwasser bildet eine Vorzone vor der Friedhofstoilette.
Sowohl der Rücksprung als auch er Wechsel von Putzoberflächen zu rotem Klinkermauerwerk schaffen die nötige Distanz zwischen den Gräbern und dem WC.

Die zweite Längsseite des Gebäudes prallel zur Straße erhält aufgrund der Höhendifferenz des Geländes einen höheren Sockel in Ortbeton.
Ein während der Bauzeit gewünschter Kellerraum erhielt noch ebenerdige Fenster.
Fensterbänder mit grünen Holzläden gliedern die Fassade.

Zum Kirchplatz hin befindet sich im Gebäude die Bushaltestelle.
Vom gegenüberliegenden Giebel erfolgt der Zugang zur Trafostation.

Sakristei

In der Pfarrgemeinde St. Martin in Mörslingen war die alte Sakristei nicht mehr ausreichend. So wurde die Neue Sakristei als Ergänzung geplant.
Um die Kirche weder optisch noch substanziell zu gefährden, wurde der Neubau soweit als möglich abgerückt. Zugleich sollte die Sakristei dicht am Altarraum liegen.

Durch die äußerst beengte Situation bei der alten Sakristei war es zudem notwendig, über die alte Friedhofsmauer hinweg zu bauen.

Die Lösung brachte ein polygonaler Solitärbau, der auf die schwierigen Randbedingungen und die äußeren Geometrien eingeht.
Mit dem umlaufenden Oberlicht ist der Sakristeiraum gut belichtet und bietet doch einer ganzen Reihe hoher Schränke Platz. Die Anbindung zur Kirche wurde vorwiegend in Glas gebaut.

Die Bauleistungen dieses Projektes wurden weitgehend von der Pfarrei in Eigenleitung erbracht.

Eckdaten Landschaftsbau

Flächeca. 4.000 m²
reine Baukosten385.000 €
Eigenleistungca. 115.000 €
Gesamt:ca. 500.000

Eckdaten komunale Gebäude

Aussegnungshalle375 m³
Gerätehaus700 m³
reine Baukostenca. 200.000 €
Eigenleistungca. 10.000 €
Gesamt:ca. 210.000
Baukosten rel.195 € / m³

Eckdaten Sakristei

Kubatur100 m³
Baukosten ca.270.000 €
Baukosten rel.500 € m³