Doppelt ± halbe halbe

Wohngebiet Gymnasiums-Kolonie.

Die Siedlung mit ihren Villen ähnlichen Doppelhäusern wurde durch Kriegszerstörung und Umbauten stark verändert. Üblich ist eine offene Bebauung (2+D) an der Straße mit freiem Grünfeld in den Karrees.

WÜNSCHE DER BAUHERRN

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Zwei Wohnungen und zwei Praxen, die selbst genutzt, aber auch abgetrennt und vermietet werden können. Aus der ursprünglichen Konzeption eines klassischen mittig geteilten Doppelhauses entwickelten sich mehr und mehr höchst individuelle Vorstellungen des Wohnens. Der eine erdnah, der andere luftig abgehoben. Hier kleinere, gemütliche Zimmer, dort großzügige Offenheit. Viel Glas und Holz waren gewünscht, und natürliche, ökologisch einwandfreie Materialien.

Situierung: Das Grundstück mit Zugang von Süden ist sehr schmal (16,7m), die Abstandsflächen mussten seitlich zusammen mindestens 8m betragen.
Die Einschnürung des Grundstücks ab der Mitte beeinträchtigt die Bebaubarkeit weiter. Der Garten liegt nach Norden, hohe Fichten der Nachbarn verschatten davon einen großen Teil. Das Grundstück hat über Eck von Westen einen zweiten Zugang; hier konnten drei der vier Stellplätze untergebracht werden.

FORM UND GRÖSSE

Die Form des Baukörpers nutzt die Abstandsvorgaben des Grundstücks maximal aus, dennoch bleibt genügend Garten zusammenhängend übrig. Jede der vier Einheit hat ihren eigenen direkten Hauszugang. Jede der Praxen könnte jeder Wohnung durch einfache bauliche Änderungen zugeschlagen werden. Beide großen Wohnungen und die südliche Praxis haben Anteil an der schmalen Südseite mit den tiefen Balkonen. Wohnung 1 hat zusätzlich den Gartenzugang zur geschützten Sitzecke im Osten. Wohnung 2 erstreckt sich bis ins Penthouse mit zwei Terrassen. Der Keller ist durch einen gemeinsamen Eingang zugänglich. Dadurch sind auch die Räume unter den Treppen noch von den Wohnungen aus nutzbar.

BAUWEISE

Außenwände: Gipskarton, 2cm Luft/Elektroinstallation, tragende
2 Wohnungen und 2 Praxen in Massivholzbauweise in München Pasing Architekt: Karl Theodor Keller München / Wangen
Mitarbeit: Anneke Rein Blaufuß

8cm starken Massivholzplatte mit Schwelle und Rähm, 18cm Holzweichfaserplatten, Lattung, sägerauhe, unbehandelte Lärchenschalung. Auf Folien wurde verzichtet.
Durch die Vorfertigung im Werk konnte der Bau in vier Tagen regendicht erstellt werden. Die Luftdichtigkeit wurde geprüft (0,85).
Alle Innenwände sind Holzständer-Wände mit Holzweichfaser-Dämmung.

Die Decken bestehen aus 16cm starken Dickholzplatten (unterseitig sichtbar, weiß lasiert), darauf Kreuzlattung mit Zelluloseschüttung und raumlange Lärche-Massivdielen, geölt/gewachst.
Die Fenster sind aus Lärche tauchgrundiert. Alle Wände sind mit Lehmfeinputz überzogen. Bäder mit Solnhofener Naturstein. Treppen Hainbuche. Küchen und Garderoben sowie Einbaumöbel im Flur und Bad sind Entwürfe des Architekten.

HAUSTECHNIK

Ein Gas-Brennwertgerät sorgt für Warmwasser und Heizung, unterstützt von einer Solaranlage auf dem Dach. Die Wärmeverteilung erfolgt über Wandheizplatten aus Lehm mit eingegossenen Kupferrohren, die in die Außenwände integriert und damit fast unsichtbar sind. Zusätzlich stehen zwei Kaminöfen zur Verfügung.